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Privatkonkurs
Bild: Renato Taboas Hidalgo

Was ist der Privatkonkurs?

Der Privatkonkurs ist die offizielle Erklärung der Zahlungsunfähigkeit, der Insolvenz.
Der Konkurs ist eine Totalliquidation des ganzen Vermögens zugunsten aller Schulden (Ausnahme: Bussen). Ihr restliches Vermögen, z.B. ein eigenes Haus, wird verwertet und der Erlös an alle Gläubiger verteilt.

Die wichtigsten Vorteile des Privatkonkurs:

  • Die laufenden Betreibungen inklusive der Lohnpfändung werden nach der Eröffnung des Konkurses eingestellt. Das laufende Einkommen steht somit wieder zur vollen Verfügung.
  • Die für das alltägliche Leben und den beruflichen Zwangsbedarf notwendigen Gegenstände werden Ihnen weiterhin überlassen. Im Art. 92 SchKG http://www.admin.ch/ch/d/sr/281_1/a92.html heisst es: Die dem Schuldner und seiner Familie zum persönlichen Gebrauch dienenden Gegenstände wie Kleider, Effekten, Hausgeräte, Möbel oder andere bewegliche Sachen, soweit sie unentbehrlich sind.
  • Die nach dem Konkurs verbleibenden Schulden werden in unverzinsliche Konkursverlustscheine umgewandelt. Diese sind unverzinslich.
  • Die Konkursverlustscheine sind nur erfolgreich eintreibbar, wenn die verschuldete Person zu "neuem Vermögen" gekommen ist. Die kantonalen Gerichte legen dabei die Grenzen für vermögensbildendes Einkommen fest.
  • Der Konkurs ist einfacher wie eine Schuldensanierung, weil man mit einer Instanz (der Konkursbehörde) und nicht mit vielen Gläubigern zu tun hat.

Für Schulden, die nach der Konkurseröffnung neu entstehen, gelten die konkursrechtlichen Hindernisse für die Gläubiger selbstverständlich nicht mehr.

Der Privatkonkurs ist nur sinnvoll,

  • wenn Sie Ihr Budget in ein Gleichgewicht gebracht haben,
  • die laufenden Steuern mit monatlichen Akontozahlungen rechtzeitig bezahlen,
  • wenn Sie ein bis zwei Monatseinkommen ansparen wollen und ansparen können, damit Sie Unvorhergesehenes und Budgetschwankungen bewältigen.

Bedenken Sie folgendes:

  • Der Konkurs kann sich negativ auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt auswirken, allerdings sind laufende Einkommenspfändungen sicherlich für gewisse Arbeits- und Wohnsituationen problematischer als Konkursverlustscheine.
  • Die SchuldnerInnen werden immer wieder mit den "alten" Verlustscheinforderungen konfrontiert. Sie müssen ihre rechtlichen Möglichkeiten genau kennen und sie korrekt handhaben. Die Gläubiger haben Konkursverlustscheine und einzelne Gläubiger werden immer wieder erinnern, mahnen und manchmal betreiben.
  • Der Rechtsvorschlag mangels neuem Vermögen bedeutet den Gang auf das Gericht und die Pflicht, die Einnahmen und Ausgaben des ganzen letzten Jahres aufzulisten.
  • Schuldner mit vermögensbildendem Einkommen müssen damit rechnen, immer wieder betrieben zu werden, weil die Gläubiger das Anrecht auf neues Vermögen haben, auch auf den jährlichen Überschuss gemäss der kantonal unterschiedlichen Berechnungspraxis. Sie müssen erst recht eine Sanierung planen. Die Sanierung wird aber durch den Konkurs erleichtert: durch den Zinsstopp, durch die Erschwernisse für die Gläubiger bei Betreibungen.
  • Die Eintragung in das Betreibungsregister des jeweiligen Kantons bzw. Bezirks, in dem der Konkurs eröffnet wurde, bleibt solange erhalten, bis alle Konkursverlustscheine gelöscht werden. Diese Verlustscheine löscht das Betreibungsamt auf Antrag und mit dem entsprechenden quittierten Verlustschein oder einem Ersatzbrief.
    Zu beachten: Dieser Eintrag erscheint nicht im Betreibungsregisterauszug eines neuen Betreibungsbezirks.
  • Migranten und Migrantinnen haben Schwierigkeiten zu erwarten, falls die Erneuerung einer Bewilligung, der Familiennachzug oder die Einbürgerung ansteht. Sie müssen individuell beweisen, dass Konkurs die bessere Lösung ist als die Pfändung oder der Eingriff von Gläubigern in das Existenzminimum.
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