Sitemap Print / Drucken Home

Verlustschein

Ende Dezember 2016 verjährten erstmals Verlustscheine (Gesetzesänderung im Jahre 1997) - alle jene, die vor dem 1. Januar 1997 ausgestellt wurden, es sei denn: Wenn der Schuldner vorher einen Teil bezahlt hatte oder wieder neu betrieben wurde, verlängert sich die Frist um weitere 20 Jahre. Das Gleiche gilt, wenn jemand die Schuld mit seiner Unterschrift anerkennt indem er eine Abzahlungsvereinbarung unterschreibt.

Nach Ablauf der Pfändung, spätestens am Ende des Pfändungsjahrs, erhält der Gläubiger das ihm zustehende Geld, einen Teil des Geldes oder einen definitiven Verlustschein, falls seine Forderung nicht oder nicht vollständig gedeckt werden konnte. Daher ist der Verlustschein die amtliche Bescheinigung, dass eine Forderung am Ende des Betreibungs- oder Konkursverfahrens unbezahlt geblieben ist.

Der Verlustschein ist unverzinslich und verjährt innert 20 Jahren.
Er verliert also theoretisch an Wert und kann deshalb oft mit einem Vorschlag für einen Teilerlass "zurück gekauft" und dann gelöscht werden.

Siehe Schuldensanierung oder Verlustscheinsanierung

Was Sie wissen müssen:

  • Das Existenzminimum ist geschützt

    Wer kein pfändbares Einkommen oder Vermögen besitzt, hat nichts zu befürchten. Unpfändbar sind beispielsweise AHV- und IV-Renten sowie Ergänzungsleistungen. Die Höhe des betreibungsrechtlichen Existenzminimums ist individuell. Nachzurechnen mit dem Existenzminimum/Sanierungsbudget

    Erwirtschaftet jemand wieder ein pfändbares Einkommen oder kommt zu Vermögen, kann er dem Gläubiger einen Vorschlag für eine teilweise Rückzahlung machen. Ein Teilerlass liegt oft drin, wenn der Schuldner sofort eine bestimmte Summe organisieren kann - zum Beispiel durch ein Darlehen vom Arbeitgeber oder durch einen Erbvorbezug. Wichtig eine "Per Saldo aller Ansprüche"-Klausel vereinbaren, wonach der Gläubiger nach der Zahlung keine Ansprüche mehr hat und den Verlustschein quittiert herausgeben muss.

Verjährung: Schuldner müssen selber aktiv werden. Auch verjährte Forderungen können betrieben oder eingeklagt werden. Denn Betreibungsämter und Gerichte berücksichtigen die Verjährung nicht von sich aus. Es ist Sache der Schuldner, sich im Verfahren auf die Verjährung zu berufen.

Manche Gläubiger fordern ihre Schuldner auf, auf die sogenannte Einrede der Verjährung zu verzichten - im Gegenzug werde man keine erneute Betreibung einleiten. Damit würde man zustimmen, dass der Verlustschein nicht verjährt. Darauf sollte sich ein Schuldner nicht einlassen, denn auf die Verjährung kann gar nicht im Voraus verzichtet werden.

Weitere Infos: https://www.schuldeninfo.ch/cms/tl_files/_documents/stichwoerter/stichwort%20verjaehrung.pdf

Geerbte Verlustscheine verjähren ein Jahr nach Eröffnung des Erbgangs.

Nach Ausstellung des Verlustscheins kann der Gläubiger während 6 Monaten direkt wieder ein Fortsetzungsbegehren stellen, ohne das Einleitungsverfahren, ohne neuen Zahlungsbefehl. Später muss er wieder von vorn anfangen.

Mit dem Verlustschein wird der Gläubiger informiert, dass Sie diese Forderung zurzeit nicht bezahlen können oder konnten. Für den Gläubiger ist damit das ganze Inkassoverfahren vorerst abgeschlossen. Manche Gläubiger delegieren das Inkasso bereits vor der Betreibung, manche delegieren erst das Verlustscheininkasso an Inkassobüros; und manche Gläubiger verkaufen ihre Forderung weiter.

Ist von vornherein klar, dass weder eine Einkommens- noch eine Sachpfändung möglich ist, erstellt die Betreibungsbeamtin provisorische Verlustscheine. Provisorisch ausgestellte Verlustscheine verpflichten Sie zur Mitteilung an das Betreibungsamt, wenn Sie im Verlauf des Pfändungsjahres ein pfändbares oder ein besseres als das berechnete Einkommen oder geringere anrechenbaren Ausgaben haben.

Es gibt zwei Arten von Verlustscheinen: Pfändungsverlustscheine und Konkursverlustscheine. Näheres zum Konkursverlustschein siehe Privatkonkurs.

Brief Löschung Verlustscheine nach Abschluss Schuldensanierung 

Home | Top | Print / Drucken | Impressum
Created by C.I.S. AG