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Konkurseröffnung

Besorgen Sie das Antragsformular (Bezirksgericht, Konkursamt), den aktuellen Auszug des Betreibungsamts (auch aus den früheren Wohnregionen) und eine Wohnsitzbescheinigung.

Der Privatkonkurs muss vorfinanziert werden. Der Kostenvorschuss beträgt um CHF 4'000.00 oder mehr (kantonal unterschiedliche Regelungen). In der Regel braucht es deshalb die Mitwirkung eines Dritten (z.B. den Arbeitgeber), um den Konkurs vorzufinanzieren.

Es muss eine detaillierte Gläubigerliste mit sämtlichen offenen Forderungen (ausgenommen laufende feste Verpflichtungen wie Miete, Krankenkasse usw.) bis zum Zeitpunkt der Insolvenzerklärung erstellt werden. Siehe untenstehenden Download der Gläubigerliste. Alle Gläubiger sind mit genauer Anschrift und ihrer Forderungssumme aufzuführen.

Folgende weitere Dokumente müssen eingereicht werden:

  • Belege über die Einkommens- und Vermögensverhältnisse
  • Bank- und Postcheckkonto-Nummern; das Lohnkonto-Guthaben  bleibt normal verfügbar.
  • In vielen Fällen die Berechnung des Existenzminimums

xls  Gläubigerliste für Konkurs

Konkursverfahren

Das Konkursamt erstellt über das Vermögen eine Inventarliste.
Nach der Inventaraufnahme erfolgt die Publikation des Konkurses im kantonalen Amtsblatt und im eidgenössischen Handelsblatt.

Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Forderungen dem Konkursamt zu melden.
Danach prüft die Konkursverwaltung zusammen mit der verschuldeten Person die eingereichten Forderungen bezüglich Rechtmässigkeit und Höhe. Wenn Sie die Forderung bestreiten oder zum Teil bestreiten, wird dies auf dem Konkursverlustschein festgehalten. Die Feststellung der rechtlichen Gültigkeit oder deren Anfechtung ist aber speziellen gerichtlichen Verfahren vorbehalten.

Danach erstellt die Konkursverwaltung den Kollokationsplan. Dieser legt die Reihenfolge der Gläubiger bei der Verteilung der Vermögenswerte fest und orientiert sich an Art. 219 SchKG http://www.admin.ch/ch/d/sr/281_1/a219.html Zu beachten sind dabei die Privilegierung der Unterhaltsbeiträge der letzten sechs Monate vor Konkurseröffnung, der Prämien und Forderungen der Krankenkassen in Bezug auf die obligatorische Grundversicherung und die AHV-Beiträge.
Die Auflage des Kollokationsplans wird publiziert.

Nach der Verwertung der Vermögensgegenstände durch öffentliche Versteigerung oder Freihandverkauf gemäss Art. 130 SchKG http://www.admin.ch/ch/d/sr/281_1/a130.html#fn2 erstellt das Konkursamt die Verteilungsliste und die Schlussrechnung.
Die Konkursverwaltung zahlt jedem Gläubiger den ihm zustehenden Betrag, die Konkursdividende, aus.

Für den nicht gedeckten Betrag seiner Forderung erhält jeder Gläubiger einen Konkursverlustschein. Dieser ist unverzinslich und verjährt nach 20 Jahren. (Allerdings beginnt die Verjährungsfrist mit jeder neuen Betreibung neu zu laufen).

Die verschuldete Person muss während der Dauer des Verfahrens für das Konkursamt erreichbar sein.

Betreibung auf Konkurs
Inhaber einer Einzelfirma, Kollektivgesellschaften, Kommanditgesellschaften, Aktiengesellschaften, die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, usw.

Bestimmte Schuldner (z.B.  Inhaber einer Einzelfirma, Kollektivgesellschaften, Kommanditgesellschaften, Aktiengesellschaften, die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, usw.), unterliegen (sofern sie im Handelsregister eingetragen sind) nach Art. 39 SchKG der Konkursbetreibung. Das Einleitungsverfahren ist gleich wie bei der Betreibung auf Pfändung. Unterliegt der Schuldner der Konkursbetreibung, so vollzieht das Betreibungsamt auf das Fortsetzungsbegehren hin keine Pfändung, sondern erlässt die Konkursandrohung, welche dem Schuldner zugestellt wird.

Leistet der Schuldner aufgrund der Konkursandrohung innert 20 Tagen keine Zahlung, so kann der Gläubiger mit dem Konkursbegehren beim zuständigen Konkursrichter die Konkurseröffnung verlangen. Gemäss Art. 43 SchKG gibt es eine wesentliche Einschränkung bezüglich der Weiterführung der Betreibung auf dem "Konkursweg". Gewisse Forderungen (Steuern, Abgaben, Gebühren, Bussen, andere im öffentlichen Recht stehenden Leistungen, Prämien UVG etc.) dürfen, auch wenn der Schuldner grundsätzlich der Konkursbetreibung unterliegen würde, nicht auf dem Wege der Betreibung auf Konkurs fortgesetzt werden:

 

Die Konkurseröffnung

Die Konkurseröffnung, welche vom Konkursrichter verfügt wird, kann auf verschiedene Arten erwirkt werden:

  • Durch ordentliche Betreibung auf Pfändung oder Konkurs
  • Auf Antrag des Schuldners selber (Art. 191 SchKG)
  • Bei Überschuldung einer juristischen Person oder Personengesellschaft
  • Wenn die Erben des Mieters die Erbschaft ausschlagen (Nachlasskonkurs)

Im Konkursverfahren wird das gesamte Vermögen (Konkursmasse) des Schuldners zur gemeinschaftlichen Befriedigung sämtlicher Gläubiger liquidiert. Mit der Konkurseröffnung werden, ungeachtet der bestehenden Verträge, alle Schulden zur Zahlung fällig und die Verzinsung hört grundsätzlich auf.

Die 3 Verfahrensarten

Nach der Konkurseröffnung durch den Konkursrichter erfolgt die Inventaraufnahme durch das zuständige Konkursamt. Nach Schätzung der Aktiven und Passiven, nachdem die Kompetenzstücke, das Eigentum von Drittpersonen und die Pfandgegenstände ausgeschieden worden sind, stehen grundsätzlich drei Möglichkeiten zur Auswahl. Auf Antrag der Konkursverwaltung entscheidet sich das Konkursgericht für eine der drei folgenden Verfahrensarten:

  • das ordentliche Verfahren
  • das summarische Verfahren (bei einfachen Verhältnissen und wenn die Kosten des ordentlichen Verfahrens voraussichtlich nicht gedeckt werden können)
  • die Einstellung mangels Aktiven

Die Durchführung und der Abschluss des Verfahrens

Nach der Festlegung der Verfahrensart wird diese im Schweizerischen Handelsamtsblatt und weiteren Publikationsorganen veröffentlicht. Im summarischen und ordentlichen Verfahren werden die Gläubiger aufgefordert ihre Forderungen einzureichen (sogenannter Schuldenruf).

Die Konkursverwaltung hat die angemeldeten Konkursforderungen samt Belegen zu prüfen. Innert 60 Tagen nach Ablauf der Eingabefrist erstellt die Konkursverwaltung den Kollokationsplan mit der Rangordnung im Sinne von Art. 219 SchKG. Mittels Kollokationsklage können Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit dem Kollokationsplan beim Gericht angefochten werden. Der Grundsatz der öffentlichen Versteigerung gilt auch im Konkursverfahren, es kann jedoch auch ein Freihandverkauf stattfinden. Nach Eingang des Erlöses der gesamten Konkursmasse werden vorerst die entstandenen Kosten in Abzug gebracht und die Gläubiger gemäss Kollokationsplan befriedigt (Konkursdividende). Es wird unter Berücksichtigung von Art. 219 SchKG eine Verteilungsliste und eine Schlussrechnung aufgestellt, welche (im ordentlichen Konkursverfahren) wiederum beim Konkursamt aufliegt.

Als Abschluss des Konkursverfahrens reicht die Konkursverwaltung dem Konkursgericht einen Schlussbericht ein. Der Konkursrichter erklärt den Konkurs als geschlossen und das Konkursamt publiziert den Schluss des Konkurses. Juristische Personen werden nach der Durchführung eines Konkursverfahrens und nach der Einstellung des Konkursverfahrens mangels Aktiven, sofern dagegen keine Einsprache erfolgt, im Handelsregister gelöscht.

 

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